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Die Orgel als Königin der Instrumente

Die Pfeifenorgel kann auf eine über 1000 Jahre alte Geschichte
zurückblicken.
Ihre Anfänge gehen auf die sog. Hydraulis zurück, eine Orgel,
deren „Wind“ durch eine Wassersäule entstand.
In Europa findet man bei Karl d. Großen die erste Orgel.
Von der Gotik bis heute entwickelt sich der Orgelbau immer weiter.
Neue Ideen, Techniken und Klangvorstellungen lassen regelrechte
Orgelbaulandschaften entstehen.
Alle Instrumente hatten gemeinsam, dass sie in Kirchen standen.
Ihr Einsatzort war derGottesdienst.Natürlich gibt es auch Beispiele
wie z.B. in den Niederlanden, dass die städtisch angestellten
Organisten neben den Gottesdiensten auch „Wandelen-concerten“ gaben, ein gesellschaftliches
Ereignis in der Kirche, um Menschen zu treffen und Orgelmusik zu hören. Auch die
Abendmusiken des großen D. Buxtehude in Lübeck waren solch eine Einrichtung. Die Orgel wird
zurecht bis heute als Königin der Instrumente bezeichnet. Sie ist die größte und majestätischste
Instrumentengattung, die je gebaut wurde.
Bis heute ist der Gemeindegesang in den Gottesdiensten ohne sie nicht denkbar; mit Literaturspiel
und Improvisation, nicht erst eine Erfindung des Jazz, leitet die Orgel die Gemeindelieder ein und
begleitet sie.
Darüber hinaus ist die Orgel das Instrument mit den größten Resonanzkörpern. Diese natürlichen Resonanzkapazitäten durch eine elektronische Orgel mit gesampelten Sounds zu ersetzen, kann
nur zu Nachteilen führen. Dennoch ist es vollkommen legitim, der Orgel weitere Instrumente im
Gottesdienst hinzuzufügen, z.B. die Gitarre, das Keyboard und das Schlagzeug. Auch sie sollen
wie die Orgel zum Lobe Gottes erklingen. Die Orgel aber vermag es, Literatur aus bis zu
acht Jahrhunderten zu präsentieren, so wie es auch unsere jährlichen Sommerkonzerte zeigen.

Der Auftrag unserer Orgel wird zu allererst heißen: „Soli Deo Gloria“ allein zu Gottes Ehre; und
dann: dem Hörer - Ihnen – zur Freude!

Andreas Brunion, Kirchenmusiker

Historische Bilder der Orgel

© Balticum Verlag

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